Das passiert wenn brave Töchter/Söhne nicht mehr brav sind:
du wirst enttäuschen,
verunsichern,
verärgern,
wenn du verweigerst,
was sie von dir erwarten.
sie werden sich entrüsten,
dich in die schranken weisen,
dich schuldig sprechen,
als hätten sie ein recht darauf
dass du bleibst
wie sie dich haben wollen.
sie werden dir steine
in den weg legen,
wenn du dir erlaubst,
den weg zu verlassen,
den sie dir zugewiesen haben.
doch mit jedem schritt, den du tust,
wird dein gang aufrechter werden
und deine kraft wird wachsen.
wage die angst!
sei unbequem!
wage dein leben!
Du könntest aber auch
auf deine müdigkeit hören
dich lösen
von dem übermaß
an erwartungen,
die du dir auflastest.
nicht dem nachrennen,
der du sein müsstest
und doch nicht sein kannst
dich einlassen
auf deine grenzen
dir endlich erlauben,
nichts zu sein
als ein mensch.
Nachfolgende Gedanken zur „guten Tochter" von Antje Sabine Naegeli um den „guten Sohn" erweitert :-)
Sie (Er) war ein(e) „gute Tochter"/ „guter Sohn",
die (der) den Erwartungen der Eltern entsprach
und vieles von dem ausglich,
was zwischen ihnen nicht stattfand.
Sie (Er) war der Trost der Mutter
und der Stolz des Vaters.
Sie (Er) war immer da,
wenn sie (er) gebraucht wurde,
und sie brauchten sie (ihn) ständig.
Früh schon lernt(e) sie (er),
dass es gut war,
die Gefühle der Eltern zu fühlen,
ihre Gedanken zu denken,
ihr Wollen wichtiger zu nehmen
als das eigene Wünschen,
sich so handlich zu machen,
wie es nur irgend ging.
Sie (Er) war ein(e) „gute Tochter"/„guter Sohn"
aber sie (er) hat nie ihr (sein) Leben gelebt,
und niemand weiß,
wer sie (er) eigentlich war.